Keine Rücksicht

Wieder einmal im Zug.

Wieder einmal 300 Kilometer auf sehr engem Raum mit einer großer Menge unbekannter Menschen. 

Und wieder einmal die Erkenntnis, dass Rücksichtnahme offenbar im Aussterben begriffen ist. Man ist laut, hört Musik über Bluetooth-Lautsprecher auf maximaler Stufe, unterhält sich über drei Sitzreihen hinweg – natürlich in einer Lautstärke, die die Musik noch übertönen muss, sonst würde man sich ja nicht verstehen. Man blockiert den Gang, man wirft seinen Müll auf den Boden, man besäuft sich mit Vodka aus der Flasche – vermutlich um nicht mehr mitzukriegen, wie primitiv man eigentlich selbst ist. Oder so. (Ich spreche übrigens nicht von Jugendlichen, sondern von körperlich erwachsenen Menschen.)

Es scheint einfach nicht mehr üblich zu sein, ein für die Mitmenschen angenehmer Zeitgenosse sein zu wollen. Traurige Entwicklung.

Die einzige Lösung des Problems sind gute Kopfhörer, die die Außenwelt völlig ausblenden. Und Beethoven. 

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